Landesverbandstagung 2018

Samstag 20. Januar 2018, Mörike-Gymnasium Ludwigsburg
Ausschreibungstext
Britta Kohler
 
Fleiß oder Talent? Mangelnde Übung oder fehlende Klugheit?
 
Wie wir uns Erfolg und Misserfolg erklären und welche Konsequenzen wir daraus ziehen
 
Wenn uns in Schule und Leben etwas gelingt oder misslingt, so suchen wir nach möglichen Ursachen des Gelingens oder Scheiterns. Es ergeben sich Fragen wie: Bin ich fleißig oder begabt? Hatte ich Glück oder Pech? Oder habe ich einfach zu wenig geübt oder bin nicht klug genug? Auch wird in die Zukunft geschaut: Sollte ich mich mehr anstrengen? Oder sind die Anforderungen sowieso viel zu hoch für mich und damit unerreichbar?
 
Mit Attributionstheorien lassen sich Ursachenzuschreibungen in Schule und Alltag gut erklären und Unterschiede zwischen Menschen im Umgang mit Erfolg und Misserfolg gewinnbringend beleuchten. Nach einer kurzen Einführung und Begriffsklärung soll es darum gehen, Ursachenzuschreibungen zu analysieren und Attributionsfehler und –voreingenommenheiten in den Blick zu nehmen. Eine Filmsequenz zu typischen Schülerausreden bei schlechten Noten dient als Beispiel für verschiedene Analysen und kann im Unterricht verwendet werden. Weitere Ideen für den Unterricht werden vorgestellt. Insbesondere wird überlegt und probiert, wie Ursachenzuschreibungen erhoben werden und welche Konsequenzen unterschiedliche Varianten der Erhebung haben können. Dadurch kann ein vertieftes Verständnis psychologischer Forschung angebahnt werden. Auch Möglichkeiten fächerübergreifenden Arbeitens werden vorgestellt. 
 
Attributionstheorien können verschiedenen Teildisziplinen der Psychologie, insbesondere der Motivations- und Sozialpsychologie, zugeordnet werden. Sie dienen gemäß unserem Bildungsplan dem Verständnis eigenen und fremden Verhaltens, stärken rationales Denken und fördern Selbstorganisation und Selbstkontrolle. Gerade für den schulischen Kontext erscheinen sie hilfreich und lassen sich vielfach anwenden. Auch stellen sie eine nützliche Reflexionsfolie dar, wenn es um die Auseinandersetzung mit den eigenen schulischen Leistungen im Kontext der Studien- und Berufswahl geht.