Aus dem gegebenen Anlass findet coronabedingt in diesem Jahr keine Tagung statt.Aus dem gegebenen Anlass findet coronabedingt in diesem Jahr keine Tagung statt.
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Zusammenarbeit mit anderen Verbänden

Seit dem 7. November 2004 ist unser Verband  Mitglied der europäischen Föderation von Psychologielehrerverbänden.

 

Hintergrund

Dem Beitritt vorangegangen war eine längere Phase der Vorbereitung. So hatte Jari Honkala aus Finnland, der Präsident der EFPTA, schriftlich Kontakt mit unserem Bundesvorstand aufgenommen, um seine Organisation vorzustellen und uns zwecks Mitarbeit zu einer Tagung in Cambridge einzuladen. Vorstand und Mitglieder begrüßten eine solche Teilnahme und die Mitgliederversammlung beschloss dann auf unserer letzten Verbandstagung in Wandlitz (29.09 – 02.10.2004) eine Vertretung zur nächsten Sitzung der EFPTA in Cambridge zu entsenden. Der Vorstand beauftragte daraufhin Renate Melchior und  Margret Peters (Verfasserin des Berichts), damit, als offizielle Ansprechpartner für die EFPTA zu fungieren.

 
Was ist die EFPTA?

Die European Federation of Psychology Teachers’ Associations versteht sich als Interessenvertretung von Psychologielehrerverbänden  in Europa. Sie wurde im März 2004 in Helsinki gegründet. Vorangegangen waren ca. 10 Jahre einer informellen Zusammenarbeit zwischen einzelnen Mitgliedern der Psychologielehrerverbände in Finnland  und Großbritannien, innerhalb deren den Teilnehmenden klar wurde, wie fruchtbar ein solcher internationaler Gedankenaustausch sein kann: Der Austausch von Materialien und Unterrichtsreihen, sowie der gedankliche Austausch auf persönlicher Ebene erwies sich als ausgesprochen effizient und wertvoll.  Als europäischer Verband hat die EFPTA nun auch Zugang zu Unterstützung und Förderung seitens der EU, da das Modell einer Zusammenarbeit von Psychologielehrern auf Verbandsebene dem Gedanken einer transnationalen Zusammenarbeit im Bildungsbereich in besonderem Maße verpflichtet ist, zumal das Kennenlernen der europäischen Dimension des Unterrichtens und Lernens speziell auf das Unterrichtsfach Psychologie bezogen mit zu den zentralen Zielen der EFPTA gehört.

So lassen sich die Ziele der EFPTA wie folgt zusammenfassen:

  • Informations- Erfahrungsaustausch über Psychologieunterricht an Schulen
  • Vergleich von Richtlinien
  • Fragen der Aus- und Fortbildung von Psychologielehrern
  • Informationsaustausch zu Unterrichtsmethoden und –materialien
  • Informationsaustausch über interessante Websites
  • Vergleich von Prüfungs- und Examensanforderungen
  • Ausloten von Möglichkeiten der finanziellen Förderung von Austauschprogrammen und internationalen Projekten
  • Herausgabe zweier Newsletter pro Jahr
  • Schaffung einer Datenbasis von Organisationen und Mitgliedern
  • Unterstützung von Lehreraustauschprogrammen und transnationalen Unterrichtsprojekten
Zusammenarbeit von Psychologen und Psychologielehrern auf Verbandsebene

Die Idee eines Zusammenschlusses der nationalen Psychologielehrerverbände auf europäischer Ebene wurde noch befördert durch ein entsprechendes Vorgehen Berufsverbände der Psychologen. Diese bildeten die sehr erfolgreiche europäische Föderation der Psychologenverbände EFPA, die immerhin 31 Länder und 150 000 organisierte Mitglieder vertritt.

Der Präsident der EFPA, Tuomo Tikkanen, hat in einem Schreiben von Januar 2004 die Gründung der EFPTA sehr begrüßt und der Hoffnung auf eine gute Zusammenarbeit beider Organisationen Ausdruck verliehen. Zu diesem Zweck werden Vertreter der EFPTA auf Einladung an der EFPA – Tagung 2005 in Granada teilnehmen. Die in den meisten Ländern traditionell gute Zusammenarbeit zwischen den jeweiligen Berufsverbänden und den entsprechenden Psychologielehrerverbänden kann auf diesem Wege auch neue Impulse erfahren. So sind die aktuellen Diskussionen und Informationen im Bereich von Wissenschaft und Praxis natürlich auch für Psychologielehrer als Multiplikatoren von großem Interesse. Auch hat die Unterstützung durch die jeweiligen Fachverbände sicherlich keinen unbeträchtlichen Einfluss auf die Verbreitung des Faches im jeweiligen Land.

 

Die Tagung in Cambridge vom 05. – 07.11.2004

Da Renate Melchior zum Zeitpunkte der Tagung bereits ein anderes Seminar leiten musste, das sie so kurzfristig nicht verlegen konnte, fuhr ich Anfang November nach Cambridge. Die Organisation der Veranstaltung vor Ort hatten Joe Cocker und Dorothy Coombs vom britischen Psychologielehrerverband ATP übernommen, die auch dem Vorstand der EFPTA angehören. Erfreulicherweise wurde die Tagung zusätzlich von der Britischen Psychologischen Gesellschaft (BPS) unterstützt.

Wir waren eine Gruppe von 15 Psychologielehrern aus Dänemark, Deutschland, England, Finnland, Holland, Island  und Schottland. Die Teilnehmerinnen aus Nordirland hatten leider kurzfristig absagen müssen.

Die Tagung selbst fand auf Vermittlung von Simon Valentine, einem Mitglied des ATP, im Hills Road Sixth Form College, Cambridge statt. Hierbei handelte es sich um eine Schule, die über eine recht große Fachschaft Psychologie und eine erstklassige fachliche Ausstattung in entsprechenden Fachräumen (!) verfügt. Allein dies kennen zulernen war schon lohnend.

Die Tagesordnung hatte der Vorstand der EFPTA bewusst offen gestaltet, um einen maximalen Informationsaustausch gewährleisten zu können. Im Wesentlichen ging es um zwei Aspekte:
 

1. Sammlung von Informationen über Psychologieunterricht in den unterschiedlichen Ländern

2. Ausbau und Festigung der Organisationsstruktur der EFPTA.

Ad 1.: Die Vertreter der anwesenden sieben Länder hatten eine entsprechende Präsentation vorbereitet, in der sie die Situation des Unterrichtsfaches Psychologie jeweils vorstellten: Verbreitung, Schulformen, Prüfungsbedingungen und Lehrerausbildung, sowie Spezifika der jeweiligen Psychologielehrerverbände (soweit vorhanden). Entsprechende Zusammenfassungen werden auf der neuen Homepage (s. u.) der EFPTA veröffentlicht werden. Interessant ist, dass Psychologie in fast allen anderen Ländern eine wesentlich stärkere Position hat, bis hin zur Stellung als obligatorisches Fach in Finnland, während in fast allen Ländern ein Fach ähnlich unserer Erziehungswissenschaft nicht existiert. Hier wäre eine interessante Fragestellung, inwieweit wir hier in Deutschland von der Entwicklung in anderen Ländern lernen können.

Ad 2.: Folgende Vereinbarungen, bzw. Beschlüsse erfolgten auf EFPTA - Verbandsebene:
 
  • Bestätigung, bzw. Wahl des neuen Vorstandes (s. http://www.efpta.org/home/)
  • Aufnahme des Verbandes Psychologielehrerinnen und –lehrer e.V. /Deutschland
  • Überarbeitung der Homepage durch Kristjan Ari Arason aus Island und Verknüpfung mit den Homepages der verschiedenen Verbände
  • Veröffentlichung eines Newsletter zweimal jährlich, Herausgeberin Pia Gehl Björnestad aus Dänemark; jeder Mitgliedsverband verpflichtet sich, einen Beitrag zu leisten. Der Newsletter darf bei entsprechender Quellenangabe ganz oder in Auszügen in den jeweiligen Verbandsorganen (Zeitschriften usw.) veröffentlich werden, um einen regen Informationsfluss zu gewährleisten.
  • Beantragung von Fördergeldern, verantwortlich als Schatzmeister: Wolfgang Augustin aus Deutschland
  • Erarbeitung einer Satzung auf der nächsten Vorstandssitzung in Dänemark am 15. – 17. 04. 2005. Als Modell kann hierbei die Satzung der EFPA dienen. Kontaktaufnahme und Vorbereitung: Jari Honkala aus Finnland als Präsident

Erste Eckpfeiler der Satzung:

  • Die EFPTA ist ein Zusammenschluss von Psychologielehrerverbänden (Ausbildung unterhalb Universitätsebene). In den Versammlungen haben jeweils nur die autorisierten Vertreter der Verbände Stimmrecht – eine Stimme pro Land.
  • Mitglied des Verbandes können auch Einzelpersonen werden, sofern im jeweiligen Land kein Verband existiert, bzw. wenn diese Einzelpersonen affine Organisationen oder Verbände vertreten oder den Interessen des Verbandes zuarbeiten. Sie haben allerdings kein Stimmrecht in der Versammlung.
  • Auch Verbände mit ähnlichen Interessen (z. B. Beratungslehrer, Schulpsychologen) können Mitglied werden, allerdings ohne Stimmrecht in der Versammlung.
  • Der Mitgliedsbeitrag wird auf € 50 pro Jahr für Verbände festgelegt, Einzelpersonen zahlen € 30. Diese Beiträge dienen als „Portokasse“. Fahrtkosten fallen in die Sorge der einzelnen Länder oder Privatpersonen.
  • Der Vorstand besteht aus dem Präsidenten, mindestens einem Stellvertreter, dem Schatzmeister und dem Schriftführer. An den Vorstandssitzungen nehmen auch Personen mit besonderen Aufgabenbereichen (z. B. Homepage, Newsletter, u ä.), bzw. gewählte Berater teil.
  • Der Vorstand tagt zweimal jährlich an wechselnden Orten in Europa. Einmal jährlich fällt die Vorstandssitzung zusammen mit der Jahreshauptversammlung, an der die Vertreter der Verbände und - in Rücksprache mit dem Organisator - interessierte Kollegen teilnehmen können.
  • Die Verkehrssprache ist Englisch.
Kurze persönliche Stellungnahme

Abschließend möchte ich noch einige persönliche Eindrücke wiedergeben. Die Tagung in Cambridge war aus verschiedenen Gründen ein beeindruckendes Erlebnis.

Einerseits wurde ich an die Anfänge unseres eigenen Verbandes erinnert, an eine Zeit, die durch einen unglaublichen Enthusiasmus und Idealismus geprägt war. Die Treffen hatten eine fast familiäre Atmosphäre, jeder kannte jeden und jeder war bereit, sich für die gemeinsame Sache zu engagieren. Dieser Geist prägte auch Cambridge. Es herrschte eine optimistische Aufbruchsstimmung, die ansteckend war und Mut machte.

Über solche persönlichen Anmutungen hinaus halte ich die Mitgliedschaft bei der EFPTA für unseren Verband aus verschiedenen Gründen für ausgesprochen wertvoll:

  • Wie bereits oben erwähnt kann die enge Zusammenarbeit mit den Berufsverbänden der Psychologen nur von Vorteil sein.
  • In den anderen Ländern – insbesondere bei den PISA - Siegern - hat Psychologie als Unterrichtsfach eine sehr viel bessere Stellung, bzw. eine weitere Verbreitung. Hier können wir einiges lernen.
  • Der Zugang zu Materialien, Websites und Datenbanken ist sicherlich anregend für uns.
  • Die Auseinandersetzung mit Richtlinien, Prüfungsanforderungen und methodischen Grundlagen kann neue Denkanstöße bieten.
  • Entsprechende Internetplattformen können auf Dauer zu zahlreichen informellen Kontakten führen und erleichtern den Aufbau internationaler Projekte.
  • In einem zusammenwachsenden Europa ist ein Zusammenschluss auf transnationaler Ebene von besonderer politischer Bedeutung.
Unsere Koorperationspartner

 

EFPTA

 

Deutsche Gesellschaft für Psychologie

02_DGPs Logo_CMYK_hoch

Berufsverband Deutscher Psychologinnen & Psychologen

03_Verbandslogo


In diesem Sinne hoffe ich, dass die Aufnahme in die EFPTA den Anfang einer positiven Weiterentwicklung markiert.

Margret Peters